U.T. Kurfürstendamm 26 -19241
1924
U.T. Kurfürstendamm 26

Das U.T. Kurfürstendamm 26

wurde am Freitag den 3.10.1913 mit Max Reinhardt`s 'Insel der Seligen' als achtes Kino der PAGU in Berlin eröffnet. Das sich der "Theaterkönig" zum Kinematograhiemachen herab-gelassen hatte, war ein gesellschaftliches Ereignis, an dem das feine Berlin in Charlottenburg teilnehmen mochte. Und so konnte man in der Licht-Bild-Bühne vom 11.10.1913 dann auch lesen, daß eine lange Autoschlange (1913 !) vor dem Union-Palast vorfuhr. Schon das Vestibül war prächtig gehalten, "mit Cadiner Kacheln ausgelegt. Die pompösen Marmortreppen führen hinauf zum großen Theaterraum der für ca. 1000 Personen Platz biete. Der reizende seidene Rokoko-Page Willy mit Allonge-Perücke macht aertige Honneurs ... Ein mächtiger, grünseidener Sammet-Vorhang verschließt die riesigen Bühnen-Innenmaße von ganz oben bis ganz unten. Die gesamte Bestuhlung hat man im einheitlichen Grün gehalten. Die mit auserwählt künstlerischem Geschmack geschaffenen Farbtöne der Wandbekleidung, Holztäfelung, Fußbodenbeläge, Rangbrüstungen usw. wirken überaus wohltuend für das Auge, das während der Pausen Gelegenheit zum Ausruhen haben muß ... Das Programm begann zur Weihe des Hauses mit einer Overtüre von Beethoven. Dann kam unter dem Titel 'Unser Kaiser im Jahr 1913' eine Zusammenstellung von patriotischen Aktualitäten. Eine Pause von fünf Minuten machte sich nötig, um das gespannte und auf den Reinhardt-Film neugierige Publikum zu beruhigen."
Am Donnerstag den 16. April 1914 folgte hier auch die Premiere von Max Reinhardts 'Eine venetianische Nacht' zu der ein Publikum aus der Gruppe der sogenannten oberen Zehntausend, oder wie die Licht-Bild-Bühne schreibt "sensationshungrige Bildungsprotzen von Berlin WW" zusammenströmt.
1924 ist Maria Corda hier im Film 'Jedermanns Weib' zu sehen.

Der 850 Plätze große Union-Palast / U.T. Kurfürstendamm, heißt später Ufa-Theater / Palast Kurfürstendamm, wird im zweiten Weltkrieg beschädigt, danach wieder mit Anbau als Filmbühne Wien instandgesetzt und 1953 unter Berücksichtigung des barockisierenden Charakters des Hauses umgebaut. Ein abermaliger Umbau zwischen 1979 und 1983 erstellt acht Kleinkinos mit insgesamt 1204 Plätzen. "Über enge Gänge und Treppen erreicht der Besucher die Kleinkinos. Diese spartanisch ausgestatteten, wie beliebig wirkenden Raumgebilde erfüllen ihn eher mit Unbehagen und lassen ihn ungeduldig erwarten, daß das Licht erlischt und die Fiktion des Films gefangennimmt," schreibt Martin Bröcker
in Kinoarchitektur in Berlin 1895-1995, ISBN 3-496-01129-7.

 

Titelseite

 

Adresssen